Ich staune doch immer wieder.

Meine Mädels (Jahrgänge 81 bis 84) sind inzwischen groß und ich dachte, ich hätte ihnen, was das Kochen anbelangt, Einiges an Rüstzeug mitgegeben, damit sie das jetzt auch in der eigenen Küche anwenden können. Da kam doch meine Große letztens und meinte, sie hatte so Appetit auf Eier mit Senfsoße gehabt und sie wüsste gar nicht, wie man das kocht. Na ja, wie reagiert man da?

„Das ist doch ganz einfach, da kochst du Eier, bereitest Salzkartoffeln und eine Senfsoße zu. Dafür bereitest du eine helle Grundtunke zu und schmeckst sie ordentlich mit Senf ab.“

Und da haperte es schon. Helle Grundtunke? Wie macht man die denn?

Ja, es ist nicht immer damit getan, Maggi-Fix Produkte zu verwenden *g*. Damit kann man zwar die tollsten Gerichte zaubern, wenn man sich an die Packungsanleitung hält, aber....

es ist eben nicht jeder Tag ein Maggi-Tag!

Hier möchte ich mit der Zeit das aufschreiben, was meine Kinder wissen möchten.

Mama, kann man Hühnerfrikassee auch selber kochen?

Wie kocht man Buletten ohne Hackfleisch-Fix?

Hilfe, wie mache ich einen Hefeteig?

Da kommen bestimmt noch viele Fragen, ich werde sie in Zukunft aufschreiben.

—> Für Melanie:

Eier mit Senfsauce

Man nehme dafür nicht ein Päckchen holländische Soße ;-)

 

In meinen persönlichen und handgeschriebenen Aufzeichnungen aus der 9. Klasse aus dem Jahre 1963 habe ich folgendes Rezept gefunden:

Senfeier

Aus 40 g Margarine, 60 g Mehl und 1/4 L Wasser eine dunkle Grundtunke herstellen.

Senf, Essig, 1 Prise Zucker und Salz zum Abschmecken. Die Eier 10 Minuten kochen, pellen, halbieren, auf die Tunke legen und mit Schnittlauch bestreuen.

....

Heute koche ich keine dunkle Grundtunke mehr, ich stehe nicht unbedingt auf dem Geschmack von halb angebranntem Mehl ;-)

Ich nehme

40g Butter oder Margarine, 40 g Mehl, je nach gewünschter Konsistenz 250 bis 375 ml Flüssigkeit. Man kann 250 ml Wasser und 125 ml Milch verwenden, kann die Soße auch mit der gewünschten Menge Fleischbrühe aufgießen oder einen Brühwürfel zum Schluss hinzu fügen und aufkochen lassen. Also fast frei nach Schnauze.

 

Zubereitung: In einem Topf Margarine oder Butter schmelzen lassen. Den Topf von der Herdplatte nehmen, mit einem Rührlöffel das Mehl einrühren und zu einem dicken Mehlbrei vermischen. Jetzt mit Hilfe eines Schneebesens die Flüssigkeit dazu geben und alles gut durchrühren. Den Topf wieder auf die Platte zurück stellen und unter ständigem Rühren einmal aufkochen lassen.

Anschließend den Senf hinzu fügen (nicht mehr kochen) und mit Salz und Pfeffer nach Geschmack abschmecken.

Je nach Senf-Art sollte man sich vorsichtig rantasten, zu viel Senf schmeckt dann auch nicht mehr. Um der Soße eine gute Farbe zu geben, empfehle ich nicht unbedingt den schärfsten Senf.

 

Die Eier koche man je nach Vorliebe von wachsweich bis hart, gebe sie (eventuell halbiert) in die Senfsoße und reiche dazu gekochte Kartoffeln. Als Beigabe empfehle ich etwas Farbenfrohes, vielleicht einen gemischten Salat?

Inhalte aktualisiert am 14.12.15

Für Sabine und Melanie:

Kasseler Braten

Ja, Sabine hat zuerst gefragt ;-)

 

Kasseler kommt bei uns Sonntags öfter mal auf den Tisch, zumal es eine Fleischsorte ist, die kaum sichtbares Fett enthält, wenn man nicht gerade Kamm kauft - und schnell zubreitet ist. Kasseler kann man auch mal alleine lassen, wenn man ihn im Römertopf ansetzt. Und er nimmt es einem nicht krumm, wenn er 10 Minuten länger im Ofen bleibt. Ich nehme in der Regel Kotelett oder Lachsfleisch. Hier darf es auch gerne etwas mehr sein, denn auch kalt schmeckt Kasseler auf Brot und/oder am nächsten Tag, Reste kann man sogar verwenden, um zum Beispiel eine Erbsensuppe darauf zu kochen.

 

Je nach Personenzahl Kasseler einkaufen. Ich kaufe immer mindestens ein Kilo, alle wird es allemal.

Da dieses Fleisch gepökelt ist, ist es eigentlich salzig genug. Ich wasche das Fleisch, tupfe es mit einem Küchentuch trocken und brate es rundum in einem Bräter an. Hinzu kommt bei mir Zwiebel und Möhre, was ich auch mit anbrate, um ein wenig Farbe in die Soße zu bekommen. Anschließend mit etwas Wasser aufgießen. Das Fleisch wird im Ofen ca. eine Stunde bei geschlossenem Bräter gegart (175 bis 200°). Wer es besonders saftig mag, übergießt den Braten regelmäßig mit der Fleischbrühe. Wer eine Kruste möchte, lässt die letzten 15 Minuten den Deckel weg, ist ein Grill im Ofen vorhanden, die letzten Minuten kurz übergrillen.

Den Braten etwas stehen lassen und (evtl. vom Knochen lösen) in Scheiben schneiden.

Als Beilage liebe ich kleine karamellisierte Kartoffeln und Grünkohl, Sauerkraut oder Rosenkohl und Salzkartoffeln sind aber auch ideal dazu.

 

Man kann das Fleisch auch vor dem Braten noch zusätzlich pfeffern oder mit Senf bestreichen, ein Lorbeerblatt in die Brühe geben oder einige Pfefferkörner. Es gibt auch andere Varianten, die ich hier aber nicht alle aufzählen möchte.

Die Soße - wenn Bedarf besteht, verlängere ich mit Wasser und rühre dann eine Fertigsoße hinein, weil die Farbe sonst sehr hell ist. Auch ein Schuss Kochsahne oder Creme fraiche ist nicht verkehrt.

Auf besonderen Wunsch unserer ältesten Tochter fange ich dann mal an, unsere althergebrachten Adventsplätzchen-Rezepte noch einmal aufzuschreiben und hier mit zu veröffentlichen.

Damit man/Frau nicht das Smartphone verwenden muss, um Fotos der gedruckten Rezepte aus Mamas Küchenschrank zu machen ;-)

 

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