Ein Schelm bist du, ich will mit dir nicht streiten,
doch irrst du, wenn du stets nur an dich selber denkst.
Denn meist sind es die Nebensächlichkeiten -
selbst wenn du mir nur einmal Danke schenkst.

Dein Leben läuft nicht nur geradeaus,
es läuft mal auf den Berg und dann ins Tal.
Auch ist nicht nur das Glück in deinem Haus,
denn Streit und Kummer gibt es allemal.

Du baust für andre eine saubere Fassade,
den Schmutz hast du dahinter gut verstaut.
Machst dir was vor, das finde ich so schade,
befremdet bin ich, denn ich hatte dir vertraut.

Ein großes Glashaus solltest du bewohnen,
dann könnte man in deine Kammern sehen.
Man wird auch dich nicht mit Kritik verschonen,
staunend dann vor deinen Fenstern stehen.

Dein Podest, das würde plötzlich schwinden,
auf welches du dich selber hast erhoben.
Dann sehen auch die Nachbarn deine Sünden,
kein Mensch wird dich noch weiterhin so loben.

Ich habe stets versucht, dich zu verstehen,
doch heute fällt es mir unsagbar schwer.
Ich werd nicht mehr an deiner Seite gehen,
denn ich erwarte von dem Leben mehr.

Für mich sind es viel wichtigere Dinge,
die dafür sorgen, dass ich glücklich bin.
Auch wenn ich mal in falschen Tönen singe -
wenn's nicht gefällt, dann hör doch gar nicht hin!

Ich wünsch dir für dein Leben Glück,
bleib du in deinen gut geschützten Ecken.
Gemeinsam gingen wir ein kleines Stück,
ich möchte mich nicht mehr verstecken.

Das Leben ist zu kurz, um sich was vorzumachen,
dein Schöntun ist doch nur ein Selbstbetrug.
Ab heute werd ich wieder herzhaft lachen
denn ruhig bin ich später lang genug.

Und trotzdem dank ich dir an diesem Tag von Herzen.
Du halfst in deiner Art, den Sinn des Lebens zu bedenken.
Irgendwann wird es mich nicht mehr schmerzen,
Erinnerung an dich mir selber Freude schenken.

Ab heute gehen wir den Weg getrennt,
ich sag Adieu und nicht auf Wiedersehen.
Für mich bist du ab heute nicht mehr existent,
es ist vorbei, das wirst auch du verstehen.

geschrieben im Juli 2001

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