Heute ist schon wieder Samstag, an dem Kalender merke ich, wie schnell die Zeit vergeht. Trotzdem muss ich heute mal etwas schreiben, was mich gerade so beschäftigt.
Wie du weißt, erstelle ich den Kalender in Eigeninitiative. Sicher, es war mein Wunsch, das zu erledigen, ich hatte aber erhofft, dass der Kalender ein wenig mehr besucht wird. Schade eigentlich , dass das nicht der Fall ist und  es veranlasst mich zu der Feststellung, dass meine Mühe und die Mühe derjenigen, die ich nach größerer Überredungskunst dazu veranlassen konnte, etwas beizutragen, nicht lohnt. Anhand des Counters sind es ganz Wenige, die sich den Kalender ansehen und die meisten in unserer Group wissen anscheinend gar nicht, dass er überhaupt existiert.
Es bleibt also dabei, es wird der letzte Frühlingskalender sein.
Aufgrund der Nachfrage und des nicht mehr vorhandenen Angebots an Fremdbeiträgen werden die Kalenderblätter der Tage bis zum Ende des Monats nicht mehr so inhaltsreich sein. Es war mein Fehler, dass ich das nicht eher erkannt habe - aber man lernt auch im hohen Alter eben nie aus. Oder laut Volksmund:

Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.

Gestern hatte ich ein Fenster gebastelt, heute verweise ich auf eins:
Frühlingsküche mit Gänseblümchen.

www.salzburger-fenster.at/
rubrik/genuss/1207/fruehlingskueche-mit-gaensebluemchen_5440.html

Andere im Zusammenhang mit der Bellis perennis zu findende Informationen hier:

www.heilfastenkur.de/Gaensebluemchen.shtml

Und wer fastet, kommt auch im Wartezimmer eines Arztes nicht vorbei:

IM WARTEZIMMER

Ob bei Vorsorge oder Routine,
die Dame am Tresen vergibt die Termine
und merkst schon bald, wie bei der Bahn,
der Doktor hält auch nichts von einem Plan.

An einem Morgen, früh um halb Acht,
dachte ich mir, das wär`doch gelacht,
bin hier der erste, beginne die Kür
und geh`nach `ner Stunde durch die gleiche Tür.

Die Hoffnung schwindet mit jeder Minute,
ist der „Doc" schon da, wann kommt er der Gute?
Dann sehe ich ihn, eine müde Gestalt,
Kittel im Arm - macht nicht bei mir halt.

Er geht stur vorbei, an uns Klienten,
die nannte man liebevoll früher Patienten.
Die Arzthelferin, so wie ich es seh`,
bringt dem Herrn Doktor erst mal `nen Tee.

Das stickige, ungelüftete Wartezimmer
füllt sich, doch es kommt wohl noch schlimmer.
Erdulde dies` Elend und auch die Qual,
wie im dritter Klasse Wartesaal.

Zugegeben, der Stuhl ist bequem,
doch haben die auch ein Ablaufsystem?
Geht`s hier nach Nummern, gar Alphabet,
oder wissen die nicht wo mein Buchstabe steht?

Neben mir sitzen zwei ältere Damen,
sehen gut aus, warum sie wohl kamen?
Tauschen aus und das lautstark und munter,
aus dem Kochbuch Rezepte, mal rauf und mal runter.

Obwohl mir dabei schon der Magen knurrt,
alle sind nüchtern, ich auch, keiner murrt.
Meinem Nachbarn zur Linken, er heißt wohl Leo,
versagte inzwischen, er merkt nichts, sein Deo.

Die blonde Dame, rechts neben mir
öffnet ein Fläschchen, muss jetzt vor die Tür.
Es ist TOSCA aus Köln, so weit ich es weiß,
mir schwellen die Mandeln, auf der Stirn steht der Schweiß.

Die Damen hinterm Tresen haben unterdessen,
samt Doktor das Zeitgefühl und uns vergessen.
Doch geh`ich genervt dann zur Ausgangstür,
hör`ich: Bitte zahlen, die Praxisgebühr!"

Hätte ich im Leben nur einmal die Wahl,
ich wünschte der ganzen Mannschaft die Qual.
Würde nicht gleich nach dem Leben trachten,
doch im Wartezimmer ließ ich sie übernachten.

© Manfred Pöter -  22.01.2007

Dieses Gedicht erhielt ich per eMail von dem Poeten Manfred Pöter,
dessen geistigen Ergüsse ich sehr gerne lese.

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Ich danke für deinen Besuch und wünsche noch einen schönen Tag!