|
Im April ist ja auch Ostern, und so will ich Dir mal erzählen wie wir, das waren die Messdiener aus unserem Dorf, die Karwoche verbrachten. Es heißt ja, dass von Gründonnerstag bis zur Auferstehungsmesse die Glocken in den Katholischen Kirchen aus Trauer um den gekreuzigten Christus schweigen, Man sagte dann auch, sie befinden sich in der Zeit in Rom. Wer sollte dann die Gläubigen die drei Tage zum Gottesdienst einladen, wenn keine Glocken läuten? Da gab es dann einen Brauch: Die Messdiener bewappneten sich mit großen Rasseln, Klappern oder sonstigen krachmachenden Gegenständen aus Holz und zogen durch das Dorf. Zunächst wurde laut geklappert, dann war Ruhe, dann wurde ein Lied gesungen und das ging so: Auf Plattdeutsch; "Egge Bugge Birke Luie Kommt na de Kirke, den Heiland anbehen, dei us dei Sün vergievet hat, teo Kirken, teo Kirke, teo Kirken kommt all". Auf Hochdeutsch: Eichen, Buchen, Birken, Leute kommt zur Kirche, den Heiland betet an der uns die Sünden vergeben hat, zur Kirche zur Kirche zur Kirche kommt all. Dann wurde mit aller Kraft wieder geklappert. Dann kam das zweite Lied, das wurde in Hochdeutsch gesungen. "Ave Maria gracia Plena so grüßte der Engel die Jungfrau Maria" anschließend wurde wieder geklappert. Die Leute warfen uns Geldmünzen zu aber auch Ostereier, die warfen sie natürlich nicht. So gingen wir zwei Stunden vor den Gottesdiensten die drei Tage durch das Dorf, wenn noch Zeit war gingen wir anschließend in den Kirchturm und klapperten von dort noch eine Weile, bis dann Ostern in der Frühe nach dem Gloria und dem Lied Christ ist erstanden alle Glocken vor Freude aus Rom kommend in den Jubel der Gläubigen mit einsetzten. Ich hoffe, dass Dir auch diese Geschichte gefällt, leider gibt es den Brauch nicht mehr, aber Ostern gibt es überall noch und das tröstet mich.
© Hans-Leo Bentfeld 10. März 2007 Lieber Hans-Leo, ich bedanke mich für deinen Beitrag!
|
|