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Hier Hans-Leos Geschichte zum 1. April:
Am 1. April begannen früher die Lehrlinge in ihrem Lehrbetrieb mit der Ausbildung. Die schon im zweiten oder dritten Lehrjahr waren, aber auch die Gesellen,
besonders der Handwerksbetriebe, schickten die neuen Lehrlinge, so hießen sie noch damals, regelmäßig in den April. Der Bäckerlehrling wurde zur Konkurrenz geschickt um den Backofenhobel abzuholen. Die wussten natürlich Bescheid und bürdeten dem armen Jungen, (sie waren damals 14 wenn sie die Lehre begannen) einen schweren Sack mit Gerümpel auf den Rücken, den er vorsichtig tragen musste. Angekommen, schickten sie ihn wieder zurück mit der Aussage, es sei der falsche Hobel. Sie ließen ihn also mehrere Male den Weg gehen. Im Gaststättengewerbe waren es die Köche, die die neuen Lehrlinge in den April schickten. Nach dem Mittagsgeschäft gingen die älteren Köche in die Freistunde, aber nicht ohne den Lehrlingen den Auftrag zu geben, das Gemüse, vornämlich Spinat, den sie extra für diesen Zweck gekauft hatten, zu waschen und zu trocknen. Zum Trocknen müssten sie eine Leine durch die Küche ziehen und die Spinatblätter daran aufhängen. So waren dann die Neulinge den ganzen Nachmittag damit beschäftigt, Spinatblätter einzeln auf die mit Bindfäden durchzogene Küche wie Wäsche auf der Wäscheleine zu hängen. So ging es in vielen Lehrbetrieben am 1. April zu, spätestens am nächsten Tag, dem 2. April begann dann der Ernst des Lebens, wie man früher sagte.
© Hans-Leo Bentfeld - 09. März 2007
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